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Mit Lieb bin ich umfangen,
Herzallerliebste mein;
nach dir steht mein Verlangen,
möcht immer bei dir sein.
Könnt ich dein Gunst erwerben,
käm ich aus großer Not;
sonst wollt ich lieber sterben
und wünscht mir selbst den Tod.

Herzlieb, gedenk an die Treue,
die du mir verheißen hast!
Und laß dichs nit gereuen
stetigs ohn Unterlaß.
Dein Treu hast mir versprochen
in rechter Stetigkeit;
es bleibt seltn ungerochen.
Feinslieb, nit von mir scheid!

Wie soll ich von dir lassen?
es kost mir meinen Leib;
darzu bringt mich ohn Maßen,
daß ich nit von dir scheid.
Dir hab ich mich ergeben,
Herzallerliebste mein,
dieweil ich hab das Leben:
Mein Schatz, vergiß nicht mein!

Junger Gsell, laß doch dein Werben,
du erlangtest meiner nicht!
Wöllest du gleich darum sterben,
es ist vergebens gewiß.
Du hast mich lieb im Herzen?
Da weiß ich wenig nur;
fürwahr, es ist kein Scherzen:
Laß ab, es ist umsonst!