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Was thust du ihm denn wünschen, Daß er nicht gehalten seine Treu?« »Ich wünsch ihm so viel gute Zeit, So viel wie Sand am Meere breit.« Was zog er von seinem Finger? Ein'n Ring von reinem Gold gar fein. Er warf den Ring in ihren Schooß, Sie weinte, dass der Ring gar floss. Was zog er aus seiner Taschen? Ein Tuch sehr weiß gewaschen. »Trockne ab, trockne ab dein Aeugelein, Du sollst hinfort mein eigen seyn. Ich thu dich nur versuchen, Ob du würd'st schwören oder fluchen; Hätt'st du einen Fluch oder Schwur getan, von Stund an wär ich geritten davon.« Arnim: Des Knaben Wunderhorn |
11
Feinsliebchen, du sollst mir nicht barfuß gehn, du zertritts dir die zarten Füßlein schön, Wie sollte ich denn nicht barfuß gehn, hab keine Schuh ja anzuziehn! Feinsliebchen, willst du mein eigen sein, so kaufe ich dir ein Paar Schühlein fein. Wie könnte ich denn Euer eigen sein, ich bin ein armes Mägdelein. Und bist du auch arm, so nehm ich dich doch, du hast ja die Ehr und die Treue noch. Die Ehr und die Treue mir keiner nahm, ich bin, wie ich von der Mutter kam. Was zog er aus seiner Taschen fein? Von lauter Gold ein Ringelein. Volkslied |