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Wie ist der arme Mensch veracht
vom Reichen hier auf Erden.
Wie oft wird unser Stand verlacht
bei Kummer und Beschwerden.
Und wenn kein armer Mensch nicht wär,
wie müßte mancher reiche Herr
seine Arbeit selbst vollbringen.

Im Winter, wenn es schneit und weht,
da muß er sich noch plagen,
wenn er in Wald um ein Holz geht,
tut's z'haus auf'm Buckel tragen.
Er kann sich nicht recht heizen ein,
wie traurig tut's im Zimmer sein.
Er muß ja fast erfrieren.

Und trinken wir uns an recht voll,
wie tut man uns beneiden,
da heißt's: den Armen geht's recht wohl.
Wir müssen's eh' schon leiden.
Bis wir einsammeln diesen Most,
das ganze Jahr bei geringer Kost,
bei Hitz' und auch bei Kälten.

Ja, alles tritt und plagt mich hier,
so lange wir hier leben,
und dennoch sagt der Pfarrer mir:
Tu dich zufrieden geben.
Wer hier leid't und geduldig ist,
der lebt und stirbt als guter Christ
und kommt auch einst in'n Himmel.

Und weil's denn nicht kann anders sein
mit uns, ihr armen Brüder,
habt ihr kein Geld, so trinkt ein Wein
dann legt euch ruhig nieder.
Wenn ihr kein Kreuzer Geld nicht habt,
geht hin zum Brunnen, euch dort labt,
denkt: So geht's hier den Armen.