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Weit in der Fremde Weit in der Fremde Immer bist du mir nah - Wo sind die Tage hin Da ich zuerst dich sah? Leichtsinnig und jung War ich und lachte so gern - Ach, wieviel weinte ich, Warst du mir fern. Wie war das Leben da Lockend uns unbekannt - Nach seinem bunten Narrenseil griff meine Hand. Was so heiß ich begehrte, Alles verging, alles verblich - Nur eins blieb immer: Ich liebe dich. Agnes Miegel |
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Flatterrosen Wenn einst meine welken Kränze im Sommerwind wehn, Ihr sollt keine weißen Lilien auf meinen Hügel sä'n. Lilien müssen blühen auf eines Mädchens Grab, Das seine junge Seele noch keinem Liebsten gab! Pflanzt rote Flatterrosen für mich im Friedhofsgrund, - So rot wie ihre Blüten war meines Liebsten Mund! Die sollen allsommers wieder in vollen Knospen Stehn, Und blühn drei lachende Tage und dann im Wind verwehn! Lulu von Strauß und Torney |