23. September 1999

unsere Kameruner- und Togostraße sind jetzt 100 Jahre alt geworden. Wir wohnen im sog. Afrikanischen Viertel, daß im Norden von der Müllerstr. und im Süden von dem Volkspark Rehberge begrenzt wird.

Straßenschilder Kameruner und Togo

Auf "Allerhöchste Ordre Seiner Majestät des Kaisers und Königs" wurden 1899 die zwei bis dahin durch Nummern gekennzeichneten Straßenzüge mit den Namen "Kamerun" bzw. "Togo" benannt. alte Bäume Volkspark Rehberge
Karin Volkspark Rehberge
Beides Länder an der Westküste Afrikas, welche zu diesem Zeitpunkt deutsche Kolonien waren. Damit begann eine Reihe von Namensgebungen im Bezirk Wedding, die zum sog. "Afrikanischen Viertel" führte. Ursprünglicher Namenspatron war der Hamburger Zoologe Hagenbeck, welcher auf dem Gebiet des heutigen "Volkspark Rehberge" afrikanische Landschaften nachbilden wollte, einschließlich dort lebender Tiere und Menschen(!). Der 1. Weltkrieg verhinderte dieses Vorhaben.

Kamerun und Togo wurden 1884 vom Forscher und kaiserlichen Kommissar Gustav Nachtigal unter "deutschen Schutz" gestellt. Adolf Lüderitz war ebenfalls Kolonialist, der im Auftrage "Ihrer Kaiserlichen Hoheit" tätig war und durch Namensgebung im Viertel geehrt wurde.

Die kaiserliche Regierung hielt die Namensgebung ausserdem für eine nützliche Propaganda. Durch die tagtägliche Präsenz der Namen sollten sich die Bewohner des Arbeiterviertels die "eigentliche Grösse des deutschen Reiches" besser einprägen können. Deshalb erfolgten 1905 in einiger Entfernung vom afrikanischen Viertel auch Namensgebungen nach Handelsniederlassungen und "Schutzgebieten" in Asien und Ozeanien.

Erstellt am 20.02.00 - Letzte Änderung am 26.02.2000.

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