Heute war ein schöner sonniger Wintertag. 

Am Nachmittag war ich im Märkischen Museum. Dort wurden Bilder und Plakate über Berlin gezeigt in einer Etage aus dem 19. und in einer anderen aus dem 20.Jahrhundert.

Das Mobiliar des Museums-Shops stammt aus einer Alt-Berliner Apotheke.
Besonders interessant war das original aufgebaute sog. Kaiserpanorama,

wo man sich dreidimensionale Schwarzweiß-Fotos vom Berlin des letzten Jahrhunderts betrachten konnte. Auf ein Glockenzeichen schalteten die Bilder im Kreis weiter, so daß man immer das Bild zu sehen bekam, das vorher vom linken Nebenplatz aus betrachtet werden konnte.
Außerdem zeigten sie eine Sonderausstellung über das Werk der Fotografin Eva Besnyö, die den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie erhalten hat. 1931 lebte die gebürtige Ungarin in Berlin, aber schon 1932 floh sie vor der drohenden Diktatur nach Amsterdam.

Das Foto wodurch sie mir vor 2 Jahren aufgefallen war, beeindruckt mich noch heute. Es ist eine aus der Vogelperspektive (ca. dritter Stock) gesehene Berliner Straßenecke mit langen Schlagschatten von Automobil und Passanten. (Das Bild erinnert mich etwas an den Buchumschlag von "Emil und die Detektive".)

Mir fiel auf, daß ihre Bilder selten aus der Augenperspektive eines Erwachsenen aufgenommen sind. In der Regel aus einer sehr niedrigen Position.
Leider durfte ich dort nicht fotografieren, so daß ich keines der Bilder zeigen kann, bis auf ein Zeitungsbild vom Foto eines Zigeunerjungen.
 
 
 
Die zweite Besonderheit bei dem heutigen Museumsbesuch war eine einstündige Vorführung der gesammelten Automatophone.


Das sind Flötenuhren, Walzen-, Stahlplattenuhrwerke, pneumatische und elektrische Klaviere,

ein Orchestrophon

sowie Edison Phonographen für Wachswalzen und Plattenspieler für Schellackplatten.

Die meisten Ausstellungsstücke stammten aus Kneipen und Tanzsälen.
Als ich gegen 17 Uhr das Märkische Museum verließ, war es schon fast Dunkel.